Malteser Palliativmedizin
ALTERSGERECHTE MEDIZIN UND PFLEGE, HOSPIZARBEIT UND PALLIATIVMEDIZIN

Dem Sterben Leben geben: Die Malteser setzen auf Palliativmedizin und Palliativpflege

„Wie wollen wir sterben? fragt die ARD-Themenwoche „Leben mit dem Tod“.  Den Tagen mehr Leben geben, nicht dem Leben mehr Tage – so lautet  die Grundposition der Malteser hierzu.

In einer Zeit, in der die Frage nach dem Umgang mit dem Sterben tabuisiert ist wie kaum zuvor und zugleich geprägt ist von der Sorge um die persönliche Autonomie und der Angst, der „Maschinerie der Hochleistungsmedizin“ ausgeliefert zu sein, ist das Paradoxon offensichtlich: dass das Leben geradezu über Sterben definiert ist, wir aber eben diese Grundkonstante unseres Lebens gesellschaftlich zunehmend aus dem Bewusstsein verdrängt haben.

Die Sterbenden vom Rand in die Mitte der Gesellschaft holen
Die Hilfe der Schwachen und Bedürftigen ist ein zentraler Grundauftrag des Malteserordens, die er in seiner 900-jährigen Geschichte an die jeweiligen Bedürfnisse der Zeit angepasst umzusetzen sucht. Mehr denn je zeigt sich die Solidargemeinschaft gerade im Umgang mit den schwächsten Mitgliedern der Gesellschaft und jenen am Rande. Die Sterbenden sind eine solche „Randgruppe“‘ der Gesellschaft. Sie halten uns den Spiegel unserer Endlichkeit vor Augen und drohen gleichzeitig in der hochtechnisierten Leistungsgesellschaft aus unserem Blickfeld zu verschwinden. Würde vom Anfang bis zum Ende als Grundprinzip des christlichen Nächstenbildes zeigt sich gerade an diesen Grenzzonen.

Nicht Leben um jeden Preis, sondern Sterben in Würde und Begleitung
Das Bekenntnis der Malteser zur lindernden, begleitenden Betreuung im Rahmen der professionellen Palliativ Care ist eine klare und unmissverständliche (Gegen-) Position zur verstärkt aufflammenden Debatte um die Sterbehilfe. Dem Sterben Leben geben – das bedeutet Betreuung, Therapie, Begleitung und Würde in allen Lebensphasen. Leben auch bis zuletzt. Damit antwortet Palliativ Care sowohl auf die Ängste und Sorgen des einzelnen im letzten Lebensabschnittals auch auf  die Frage, wie die moderne Medizin mit dem Sterben und ihren Grenzen zu heilen umgeht.

Das uneingeschränkte Bekenntnis zur Palliativ Care ist ein gelebtes, kein theoretisches Gegenmodell zur Euthanasiedebatte und deshalb auch ein inhaltlicher Schwerpunkt  in allen Malteser Einrichtungen. Aus unserer Sicht ist die Alternative zu Leid und Schmerz, allein gelassen sein und unwürdigem Ende nicht das aktive Beenden menschlichen Daseins, sondern das aktive Begleiten, Lindern, Therapieren und Begleiten des letzten Lebensabschnittes. Nicht Leben um jeden Preis, sondern Sterben in Würde und Begleitung.

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