Demenz-Angst
KOMPETENZ IN DEMENZ

Demenz: Raus aus der Angstspirale, raus aus der Komfortzone

Einerseits ist das Thema Demenz inzwischen ziemlich in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Kein Wunder, denn in einer aktuellen Befragung im Auftrag des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP) gab ein Drittel der Interviewten an, einen Demenzkranken aus dem persönlichen Umfeld zu kennen. Andererseits führt dieser häufigere Umgang mit Demenz(kranken) nicht zu einer Entkrampfung: 42 % bekunden „große Angst“ vor dem Thema. Und 33 % der Befragten würden mit einer Demenz-Diagnose nicht weiterleben wollen!

Warum eigentlich nicht? Warum ist ein Drittel der Bevölkerung der Meinung, dass ein Leben mit Demenz nicht mehr lebenswert ist? Das hat die Studie leider nicht untersucht.

Vielleicht liegt es daran, dass das Thema Demenz zwar irgendwie näher kommt, sich die meisten Menschen aber doch lieber fernhalten – sprich sich nicht wirklich damit befassen, sich nicht darüber informieren wollen. Denn in derselben Umfrage äußert nicht einmal jeder Vierte Befragte Interesse an den Möglichkeiten eines selbstbestimmten Lebens mit Demenz (die gibt es nämlich!).

Solange das so ist, solange Verdrängung und Nichtwissen(-Wollen) Ängste befördern, kommen wir aus dieser Spirale nicht heraus. Wir brauchen eine sachliche Auseinandersetzung mit den Herausforderungen und Belastungen, die die Diagnose Demenz bedeuten – jenseits von Überzeichnung oder Panikmache.

Dahinter steht eine grundsätzliche Haltungsfrage: Wie wollen wir in unserer Gesellschaft mit Menschen umgehen, die nicht mehr „richtig funktionieren“, zu langsam oder nicht adäquat reagieren und unangepasste Verhaltensweisen an den Tag legen?

An dieser Stelle könnte der Inklusionsgedanke segensreich wirken.

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