KOMPETENZ IN DEMENZ

Geschenkte Zeit, deutschlandweit: Hier begleiten die Malteser Menschen mit Demenz und deren Angehörige

In einer Zeit, die Fortschritt, sich wandelnde Lebensräume und straff geführte Arbeitsabläufe für unabdingbar hält, erscheinen Menschen mit Demenz wie Wesen aus einer anderen Welt. Sie leben den Moment und suchen Bewährtes, Bekanntes und „Althergebrachtes“. Sie lesen in den Gesichtern, die ihnen begegnen, und reagieren ungeschönt auf das, was sie in ihnen lesen. Für ihre Umgebung werden sie nicht selten zu Störern, weil ihre Sicht der Dinge zu scheinbar unerklärlichen Reaktionen führt. Veränderungen verunsichern sie und werden zu einer kaum zu bewältigenden Herausforderung.

Sie kam mir strahlend entgegen. In der Hand ein Bukett aus Teelöffeln, der Pullover in schrillem Kontrast zur Hose, ein rosa Schleifchen im weißen Haar. Die Flecken auf der Hose verrieten mir ungefragt, was es zum Mittagessen gegeben hatte. Nun wollte sie mit mir spazieren gehen. Einfach so. Und ich war unter Zeitdruck. Was tun? Wir sind in den Garten gegangen und bei jeder Blume stehen geblieben. Und plötzlich war die alte Vertrautheit wieder da. Ohne Worte; denn die waren ihr schon lange ausgegangen. Wir waren wieder zwei Frauen, die sich dem Augenblick hingaben, wie in alten Zeiten, und die Vorboten des Frühlings genossen. Und dann drehte sie sich um, ließ mich stehen und ging in ihre eigene Welt zurück.

Darum geht es: Sie mit ihren Möglichkeiten, Bedürfnissen und Einschränkungen am Leben in der Gemeinschaft als gleichberechtigte Partner teilhaben zu lassen. Das ist möglich und keine Utopie. Es braucht dafür aber Rahmenbedingungen und Strukturen, die sie und ihre Familien unterstützen, und Menschen, die sie – ob haupt- oder ehrenamtlich – entlasten. Das muss nicht immer der ganz große Wurf sein. Es sind oft die einfachen Dinge, die Glück, Lebensqualität und das Gefühl schenken, dazu zu gehören. Das ist der Weg, den die Malteser gehen – besonders auch in der Unterstützung von Menschen mit Demenz und deren Angehörigen.

Auf der Deutschlandkarte finden sich zahlreiche Unterstützungs- und Entlastungsangebote der Malteser für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen. Viele, insbesondere niedrigschwellige Angebote sind vom Ehrenamt getragen oder werden geringfügig entlohnt. Andere, wie etwa Krankenhäuser, Altenhilfeeinrichtungen und ambulante Pflegedienste, sind hauptamtlich besetzt.

Die Malteser Versorgungslandschaft ist groß und wächst ständig: In Berlin bieten die Malteser seit diesem Jahr regelmäßig einmal im Monat Gottesdienste für Menschen mit Demenz, Angehörige und Pflegende an. Am anderen Ende Deutschlands – in Konstanz – werden Mitarbeiter des Einzelhandels für den Umgang mit Menschen mit Demenz geschult. In einigen Städten Baden-Württembergs steht ein Häuslicher Betreuungsdienst entlastend zur Verfügung und in Berlin – mit mehr als 250 Demenz-WGs auch in dieser Hinsicht Hauptstadt – unterhalten die Malteser drei Wohnanlagen.

Mehr über die Malteser Kompetenz in Demenz und Angebote in der Nähe erfahren Sie hier: www.malteser-demenzkompetenz.de.

Malteser-Angebote-fuer-Demenz-Deutschlandkarte_2014

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Not erkennen und Nähe geben: Ist das zu schaffen? 80.000 ehren- und hauptamtliche Malteser in Deutschland geben darauf die Antwort, indem sie anpacken. Wir schaffen das, weil wir es können – und weil wir glauben!