Mit Demenz im Krankenhaus
ALTERSGERECHTE MEDIZIN UND PFLEGE, KOMPETENZ IN DEMENZ

Menschen mit einer Demenz im Krankenhaus: Was wir tun können

61 Prozent der Menschen in Deutschland haben Angst vor dem Aufenthalt eines demenziell erkrankten Angehörigen im Krankenhaus. Nur jeder Dritte glaubt, dass das Krankenhauspersonal genügend Möglichkeiten hat, auf die besonderen Bedürfnisse dieser Patienten einzugehen. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage von TNS Emnid im Auftrag der Malteser hervor.

Die Verunsicherung ist groß, und das nicht nur bei den Angehörigen. Menschen mit der Diagnose Demenz, die wegen eines Knochenbruchs, einer Harnweginfektion oder wegen Herzbeschwerden ins Krankenhaus kommen, sehen sich Herausforderungen gegenüber, die sie auf Grund ihres Krankheitsbildes nur schwer bewältigen können: hohes Tempo, häufig wechselndes Pflegepersonal, gestörte Routinen, hoher Geräuschpegel und was sonst noch alles typisch für die Abläufe in einem Krankenhaus ist. Kann es da wirklich gelingen, demenziell erkrankte Menschen angemessen zu versorgen?

Die Malteser gehen neue Wege. Ein „Tagesbegleiter auf Station“, der teilweise humorvoll die alltäglichen Fallstricke aufzeigt und gleichzeitig praktikable Lösungen anbietet, soll den Mitarbeitern in ihrem Arbeitsalltag zur Seite stehen. Unterstützt wird diese Initiative durch eine gezielte Plakataktion und kurze Themenfilme, die Mitarbeiter, Besucher und Patienten für das Thema sensibilisieren sollen.

Als erstes Malteser Krankenhaus ist das St. Hildegardis Krankenhaus in Köln, das bereits 2009 eine eigene Stadion für Menschen mit Demenz eröffnet hat, jetzt an den Start gegangen. Große Plakate im Bereich der Notaufnahme machen auf die Herausforderungen aufmerksam. Mit Hilfe des „Tagesbegleiter auf Station“ können dann Ärzte, Krankenschwestern, Therapeuten, aber auch Mitarbeiter in Verwaltung, Hauswirtschaft und Technik den individuellen, krankheitsbedingten Anforderungen von Patienten mit der Nebendiagnose Demenz gerecht werden.

Die Emnidbefragung zeigt: Wo es gelingt, Patienten mit einer Demenzerkrankung gut zu versorgen, fassen die Menschen Vertrauen: Vier von fünf Befragten würden auch einen weiteren Weg in Kauf nehmen, um für ihre demenziell erkrankten Angehörigen eine spezielle stationäre Betreuung zu ermöglichen.

Mehr Infos zur Malteser Demenzkompetenz.

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