Malteser stellen Silviahemmet-Trainer
KOMPETENZ IN DEMENZ

Malteser in Schweden zu Silviahemmet-Trainern ausgebildet

Silviahemmet-Trainer 2012
Die Malteser Silviahemmet-Trainer mit Dozenten

Als sich 15 hauptamtliche Malteser aus den unterschiedlichsten Bereichen Anfang Mai auf den Weg machten, um sich zu „Silviahemmet-Trainern“ ausbilden zu lassen, wussten die wenigsten, was sie erwartet. Aber alle waren neugierig, offen, engagiert und bereit, sich auf eine ganz eigene Reise durch das Thema Demenz einzulassen.

Sie würde uns verändern, hatte Lehrgangsleiterin Dr. Ursula Sottong am ersten Lehrgangstag prophezeit. Sie hat recht Recht gehabt. Seit dem 14. September sind wir alle mit schwedischem Zertifikat versehene Trainer. Hinter uns liegen vier ausführliche Unterrichtsmodule: 16 intensive Seminartage, die ersten drei in Köln und zuletzt in Stockholm.

Die Stiftung  „Silviahemmet“ (zu Deutsch: Silvia-Heim) wurde 1996 durch die Königin ins Leben gerufen, um die Versorgung und Begleitung Demenzkranker zu optimieren, das behandelnde und pflegende Personal auszubilden sowie die klinische Forschung im Bereich Demenz zu fördern. Sie gilt als international führend auf dem Gebiet der Hilfe für demenziell erkrankte Menschen.

Was hat sich  nun verändert? Klar, wir wissen jetzt viel über das Gehirn, über Geriatrie und Gerontologie, die verschiedenen Demenzerkrankungen, Untersuchung und Behandlung; über Umgebung und Ernährung, Medikation, Biografiearbeit und Ethik. Aber das alles lernt man auch andernorts.

Entscheidend und besonders aber ist die Einbettung aller Themen in die palliative Silviahemmet-Philosophie mit den Säulen Symptomkontrolle, Teamarbeit, Kommunikation und Angehörigenunterstützung. Hier wird das Rad nicht neu erfunden, sondern ganz pragmatisch einmal anders gedreht. Denn die Silviahemmet-Philosophie:

  • setzt schon im Anfangsstadium der Krankheit an; schließlich geht es gerade bei einer oft langjährigen Demenzerkrankung um bestmögliche Lebensqualität bis zum Lebensende.
  • bezieht die Angehörigen und Nahestehenden intensiv mit ein; sie sind nicht nur diejenigen, die den Erkrankten am besten kennen und deshalb helfen können, wenn ihn die Kognition oder der Körper im Stich lassen. Sie sind Mit-Betroffene von einer Krankheit mit unvorhersehbarem Verlauf, ständig neu auftretenden Symptomen und (noch) ohne Hoffnung auf Heilung.
  • lässt sich im Alltag gut umsetzten und bleibt keine graue Theorie.

Wir haben auf dem Weg Dozenten kennen gelernt, die offensichtlich leben, was sie lehren. Wir haben gelernt und in der Gruppe Mitstreiter für das wichtige Thema Demenz gefunden. Die gemeinsame Reise setzen wir fort, um andere mitnehmen und für die Idee von Silviahemmet begeistern zu können.

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Comments (3)

  • Liebe Frau von Croy,

    ich habe über das Konzept des Silviaheims in der SZ gelesen und finde dies ganz großartig. Gibt es die Möglichkeit als ehrenamtlicher Helfer die Einrichtung zu unterstützen?
    Ich habe großes Interesse daran!
    Über eine Antwort freue ich mich!

    Schöne Grüße
    Sabine Pfister

    • Sehr geehrte Frau Pfister,

      wir freuen uns natürlich sehr über Ihr Interesse. Wenn Sie ehrenamtlich in der Münchener Tagesstätte der Malteser mitarbeiten möchten, wenden Sie sich doch bitte direkt an die Leiterin der Einrichtung:
      Sabine Rube
      Malteser Hilfsdienst München
      Tel.: 089-43608512
      sabine.rube@malteser.org

      Mit freundlichen Grüßen
      Katharina von Croy
      Referentin Fachstelle Demenz

  • Sehr geehrte Frau Sottong,
    meine Frage ist, ob ich als Koordinatorin in einen Ambulanten Hospizdienst mich als Silviahemmet Trainerin ausbilden lassen kann, oder ist dieses Projekt nur an die Malteser Mitarbeiter gerichtet?
    Ich bin tätig in Lande Schleswig Holstein Stadt Flensburg

    Herzlichen Gruß
    Birgit Timm Sasse

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