Malteser Palliativmedizin statt Sterbehilfe
HOSPIZARBEIT UND PALLIATIVMEDIZIN

Sterbehilfe? Palliativmedizin kann mehr

Sterbehilfe, Tötung auf Verlangen, Palliative Schmerzlinderung – die medialen Wogen schlagen derzeit hoch angesichts der jüngst beschlossenen Legalisierung der aktiven Sterbehilfe auch für Kinder im Nachbarland Belgien. Diskutiert wird aus rechtlicher Warte, unter ethischen Gesichtspunkten und selbst aus ökonomischer Perspektive – mit Leidenschaft, aber auch mit Angst und Verunsicherung.

Wovon genau aber ist die Rede? Was meint direkter und indirekter Sterbehilfe, was verstehen wir unter assistiertem Suizid und wo verlaufen die Grenzen zu einer modernen Palliativversorgung? Für Ordnung im begrifflichen Durcheinander sorgt eine kurze Übersicht der Ärztezeitung.

Auch inhaltlich ist die Sache vielleicht weniger kompliziert: Wie eine repräsentative Umfrage des Berliner Zentrums für Qualität in der Pflege zum Thema zeigt, meinen wir in der Regel das gleiche, wenn wir uns eine gute Versorgung am Lebensende wünschen: Die bestmögliche Linderung von Schmerzen steht an erster Stelle, zusammen mit wirksamer Hilfe gegen Übelkeit und Luftnot. Und wir möchten jemanden an unserer Seite wissen, der uns in unserer Angst und Trauer begleitet und unsere Angehörigen unterstützt. Diese Vorstellung teilen wir – und davon ist oder sollte zumindest in der breiten Diskussion um die Sterbehilfe zu allererst die Rede sein.

Der Pallliativmediziner Professor Lukas Radbruch erläutert in einem Gespräch mit dem SPIEGEL sehr anschaulich, was eine ganzheitliche Palliativversorgung heutzutage für eine so verstandene bestmögliche Versorgung am Lebensende beiträgt. Sie lindert Schmerzen und Leiden, gibt den verbleibenden Tagen mehr Leben und fängt die Menschen auf. Das ist mehr als aktive Sterbehilfe zu geben vermag.

Tags  

Comment

  • Pingback: Frei entscheiden, wann ich gehe – Woran glauben, wenn es ums Sterben geht?

Schreibe einen Kommentar

Malteser Logo

Not erkennen und Nähe geben: Ist das zu schaffen? 80.000 ehren- und hauptamtliche Malteser in Deutschland geben darauf die Antwort, indem sie anpacken. Wir schaffen das, weil wir es können – und weil wir glauben!