Der Skilled Volonteer Florian in Albanien
ALLGEMEIN, INTERNATIONAL

Als ehrenamtlicher Experte in Albanien

Florian machte mit dem Skilled Volunteers-Programm aus dem Zwangsurlaub eine Tugend

Text: Pia Schievink

Das Abenteuer Albanien startet für Florian am 21. Oktober. An diesem Tag trifft der ehrenamtliche Helfer und Erste Hilfe-Ausbilder der Malteser in Bempflingen zum Vorbereitungstreffen seines Auslandseinsatzes in der Malteser Zentrale ein. Drei Wochen lang soll er im Rahmen des neuen Skilled Volunteers-Programms als Erste-Hilfe-Ausbilder in Shkodra tätig sein und dort sein Wissen weitergeben. Wie ist er auf die Idee gekommen als ehrenamtlicher Experte ins Ausland zu gehen? „Meine Berufsschule hat uns verpflichtet, auf einen Schlag drei Wochen des Jahresurlaubs in dieser Zeit zu nehmen. Zuerst dachte ich: Na toll, Urlaub im November, was soll ich damit?“ Dann aber las er in den Malteser e-News vom Skilled Volunteers-Projekt  und bewarb sich kurzerhand.

Die Antwort des 19-jährigen, der also eigentlich derzeit eine Ausbildung zum operationstechnischen Assistenten durchläuft, ist erfrischend ehrlich und sie zeigt auf, worin der Reiz des neuen Angebots liegt. Tatsächlich ist es kein Zufall, dass Florian und die albanischen Malteser sich gefunden haben. „Skilled Volunteers“ – frei zu übersetzen mit „Freiwillige mit Fachkenntnissen“ – wurde eigens ins Leben gerufen, um ehrenamtlichen Fachleuten der Malteser ein zeitlich befristetes Engagement im Ausland anzubieten. Bislang nämlich –eigentlich kaum vorstellbar bei einer Organisation von der Größe der Malteser – bestand dazu keine geregelte Möglichkeit.

Florian bei der Überreichung der Zertifikate nach einem Erste-Hilfe-Kurs

 

Expertenwissen für Schüler und die Polizei

Das neue Format knüpft den zeitlich befristeten Auslandseinsatz an klare Bedingungen: Die Aufgabe soll den Fähigkeiten der Ehrenamtlichen entsprechen, gleich ob diese bei den Maltesern oder im Beruf erworben wurden. Zustande kommt der Einsatz aber nur dann, wenn er am Einsatzort auch nachhaltigen Nutzen stiftet. Deshalb werden vor jeder Entsendung eines freiwilligen Experten die Partner im Ausland nach ihrem konkreten Bedarf an qualifizierter ehrenamtlicher Unterstützung gefragt. So entsteht ein konkretes Profil der Tätigkeit, die schließlich auf der Homepage des Programms ausgeschrieben wird.

Fahrzeug der albanischen Malteser

Es ist also ein nicht unerheblicher Aufwand, den der Auslandsdienst der Malteser Zentrale in Köln als verantwortliche und koordinierende Fachstelle im Malteser Hilfsdienst bewerkstelligen muss. Wenn die Partner vor Ort einem Bewerber zustimmen, bringt der Auslandsdienst die möglichen Partner in Kontakt und die Vorbereitung für den Aufenthalt beginnt. Leichter wird dies, weil die Einsätze im Rahmen der langfristig bestehenden Partnerschaften zwischen Maltesern im In- und Ausland stattfinden

Das Projekt strebt grundsätzlich an, die Unterstützung von Bedürftigen weltweit durch die engere Vernetzung in der Malteser-Familie zu verbessern. Genauso war es bei Florian: Mit Unterstützung einer albanischen Kollegin, die die Übersetzung vom Englischen in die Landessprache übernahm, gab er im Auftrag der albanischen Malteser Erste-Hilfe-Kurse für Grundschüler, in einer Altenhilfeeinrichtung und sogar für Polizei und Feuerwehr. Die Unterrichtsinhalte hatte er im Vorfeld eng mit den albanischen Kollegen abgestimmt.

Inzwischen ist Florian wieder zurück in Deutschland. Für ihn hat sich der Aufenthalt gelohnt: „Diese Erfahrungen möchte ich nicht missen!“

 

Für Malteser, die sich für einen ehrenamtlichen Experten-Einsatz im Ausland interessieren, lohnt der Blick auf die Programm-Webseite www.malteser.de/skilled-volunteers.

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