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Blick zurück nach Budapest 1989

Beim Zeitzeugentreffen in der Berliner Ausstellung über die Flüchtlingslager der Malteser in Budapest 1989 wurde die Erinnerung noch einmal lebendig

Berlin. Der Regen, der in Berlin beim Aufbau der Zelte für die Ausstellung am Abend des 9. September 2019 niederging, erinnert viele an die nassen Tage in Budapest. „Das war wie damals“ , sagt Heide Schiller, die im Sommer 1989 mit ihrem Mann und ihren beiden Söhnen im Zugliget-Lager der Malteser war, weil sie von dort in den Westen fliehen wollten. Doch am nächsten Tag bricht die Sonne am Berliner Himmel durch, und die Zeitzeugen – Malteser-Helfer und damalige DDR-Flüchtlinge – sammeln sich zwischen den Zelten, erkennen sich wieder, liegen sich in den Armen, lachen und erinnern sich.

Angst vor der Zukunft

„Das war eine dramatische Situation im Lager, die logistisch kaum zu bewältigen war“, erzählt Markus Bank, damaliger freiwilliger Malteser Helfer. „Es kamen tausende Flüchtlinge aus der DDR, die alles hinter sich gelassen haben.“ Sie hatten Angst vor der Zukunft, davor festgenommen oder zurück in die DDR abgeschoben zu werden. Doch das, was die Spannung und Angst löste war: die Solidarität zwischen Helfern und Flüchtlingen, aber auch untereinander. „Wir waren wie eine große Familie. Und das spürten die Flüchtlinge und vertrauten uns“, so Bank. Auch daran erinnern sich an diesem Tag in Berlin noch viele.

Abends treffen sich alle zur Festveranstaltung mit Talkrunde, in der Ilona von Boeselager, die Tochter von Csilla, der DDR-Geflüchtete Tilo Acksel, der damalige Einsatzleiter Wolfgang Wagner, die damalige Malteser Helferin Beatrix Bäume und der damalige ZDF-Korrespondent Joachim Jauer noch einmal die Tage von Budapest Revue passieren lassen unter der Moderation von Dr. Peter Frey. Sogar auf der Bühne vor gut hundert Zuschauern kam noch die ein oder andere Träne, so lebendig wurde die Erinnerung an den historischen Moment.

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Mehr Informationen zu Budapest: https://www.malteser.de/budapest1989

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