ALLGEMEIN, CORONA

Bewegungspausen im Alltag helfen während der Corona Zeit

Ein Interview mit Sebastian Wurster (Leiter des Zentrums für osteopathische Schmerztherapie, Malteser Klinik von Weckbecker, Bad Brückenau)  Mit Übungsvideo!

Was macht Stress mit dem Körper?  

Bei Stress wird ein Hormon ausgeschüttet: Adrenalin sorgt dafür, dass sich die Muskulatur zusammenzieht und sich Blutgefäße verengen. Dafür waren wir in Vorzeiten vorbereitet auf den Kampf mit einem Raubtier. Für eine kurze Zeit ist das hilfreich, weil die Energie des Körpers sich auf die wichtigen Funktionen konzentriert. Dauerstress führt dazu, dass der Körper, zwar reduziert aber dennoch den ganzen Tag dieser Extremsituation ausgesetzt ist. Eine gute Durchblutung ist für alle Organe und die Muskulatur unerlässlich, nicht nur um sich wohlzufühlen und produktiv zu bleiben, sondern auch um die physiologischen Prozesse in Gang zu halten.  

Warum bedeutet die Corona-Krise für viele gerade Stress?  

Neben den körperlichen Anstrengungen durch ein erhöhtes Arbeitsaufkommen und der neuen Situation, z. B. im Homeoffice zu arbeiten, beschäftigt die Menschen gerade die Unsicherheit. Wie lange geht das noch? Bin ich sicher an meinem Arbeitsplatz? Wie lange werde ich noch reglementiert? Die Gedankenwelt schürt den gleichen Stressprozess wie der Körperliche. Der Körper reagiert gleich. 

Was können wir tun?  

Wichtig ist es, genau zu reflektieren, welche Haltung nehme ich eigentlich den ganzen Tag ein, um dann bewusst in die Gegenbewegung zu gehen. Beim Stretching dehnen wir die Muskeln auseinander, um aber einen nachhaltigen Effekt zu erzielen sollte man diese Position dann solange halten, bis man merkt, dass sich die Dehnung nachlässt. Bewegung als Ritual in den Alltag einzubauen hilft, den Körper und sich selbst zu konditionieren. Darauf zu achten, sich regelmäßig aus der Arbeitssituation herauszunehmen und an einen Ort der Entspannung zu gehen und dort das Stretching durchzuführen. Im Homeoffice auf einem Sitzkissen oder zwei Sofakissen Platz nehmen, damit die Muskulatur beim langen Sitzen in Bewegung bleibt. Auch beim Trinken können kleine Rituale entspannen. Bewusst mit dem Glas Wasser aus dem Fenster zu schauen – weg vom Arbeitsalltag oder dem Laptop – hilft, leichter den Kopf frei zu bekommen. Die Übungen aus unserem Video sind leicht Zuhause in den Alltag zu integrieren und sollen euch helfen, die Krise gesund zu überstehen (Weitere Videos folgen). Bleibt gesund! 

Interview: Cathrin Birnstengel

Sebastian Wurster
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