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Corona-Stress: Auf gesunde Ernährung achten

Wer den ganzen Tag zuhause bleiben muss, kennt das Problem: Es mangelt an Bewegung und der Kühlschrank ist immer in Reichweite. Eine gesunde Ernährung hilft, Stress vorzubeugen und gesund zu bleiben. Peter Faulstich von der Malteser Klinik von Weckbecker gibt ein paar Tipps.

Was macht Stress mit uns?

Stress ist der größte Vitalstoffkiller für den Körper. Denn in stressigen Situationen steigt der Bedarf an Magnesium, Calcium, Zink, Eisen, Selen, B-Vitaminen, Vitamin D, A und C enorm. Achten wir durch eine qualitativ hochwertige und schonend zubereitete Ernährung mit reichlich Gemüse, Salaten und Obst auf eine ausreichende Aufnahme, verbessert das unsere Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit sowie die Fitness unseres Immunsystems. Regelmäßige, nicht zu üppige Mahlzeiten, ein bewusstes Essverhalten und eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme mit möglichst ungesüßten Getränken sorgen zusätzlich dafür, dass wir weniger anfällig für Infekte sind und nach einem stressigen Tag besser regenerieren.

Hinzu kommt: Stress frisst die Kohlenhydrate regelrecht aus dem Blut. Viele greifen dann schnell zum Schokoriegel, mit dem wir uns nur kurze Zeit fitter fühlen. Denn der Blutzucker steigt daraufhin rasant an, dass er verstärkt Insulin ausschüttet, was einen schnellen Blutzuckerabfall bewirkt, und wir landen wieder im Heißhunger. Diese sogenannte Blutzuckerschaukel stresst den Körper zusätzlich. Ein Teufelskreis, der auch unsere Darmflora belastet, die ebenfalls in hohem Maße die Fitness unseres Immunsystems beeinflusst.

Was braucht der Körper jetzt?

Der Nährstoffbedarf hängt natürlich immer damit zusammen, welcher Tätigkeit ich nachgehe, ob geistig oder körperlich. Auch hat es viel damit zu tun, was für ein Typ ich bin. Neige ich eher zu Herzhaftem oder zu Süßem? In jedem Fall gilt aber, dass der Körper im Stress vermehrt Kohlenhydrate braucht und zwar hochwertige: zum Beispiel Hülsenfrüchte wie Linsen, Naturreis, Haferflocken, Roggenvollkornbrot oder Vollkornnudeln. Es geht darum, dass der Zucker langsam und stetig im Blut ankommt. Das kann man mit den richtigen Kohlenhydraten und der richtigen Kombination aus Lebensmitteln – zum Beispiel mit Nüssen, Samen und hochwertigen Ölen – erreichen. Wichtig für eine optimale Leistungsfähigkeit ist, dass der Blutzucker nicht zu weit absackt und nicht zu schnell ansteigt, sondern eine stabile Blutzuckerregulation erfolgt.

Wie essen wir in Corona-Zeiten gesund?

Mit ein paar einfache Tipps funktioniert es auch in den stressigen Corona-Zeiten mit der Ernährung:

• Wählen Sie passende Lebensmittel aus (beispielsweise Ernährungspyramide der Deutschen Gesellschaft für Ernährung)

• Wählen Sie qualitativ gute Lebensmittel. Der Grad der Verarbeitung sollte möglichst gering sein, so natürlich wie möglich und frisch zubereitet

• Bewegen Sie sich möglichst viel im Freien und lassen Sie etwas Sonne an Ihre Haut. Das entspannt und regt die körpereigene Vitamin D-Produktion an.

• Achten Sie auf  die Hygiene bei der Lebensmittelzubereitung. Über rohe Lebensmittel, Verpackungen und zubereitete Speisen gibt es nach bisherigem Wissensstand kein großes Risiko einer Ansteckung. Wer Speisen für einige Minuten auf mehr als 70 Grad Celsius erhitzt (auch Tiefkühlerzeugnisse) geht sicher. Auch das gründliche Waschen oder Schälen von Obst und Gemüse kann eine mögliche Kontamination wirksam reduzieren.

• Genug Trinken (möglichst ungesüßte Getränke wie Wasser und Tee), ausreichend Schlaf, im Homeoffice regelmäßige Pausen und Räume gut lüften. Trockene Schleimhäute sind ein Einfallstor für Viren. Vielleicht lassen Sie sich vom Smartphone oder Computer daran erinnern!

• Erleben Sie Ihr Essen bewusst, so hat der Körper die Möglichkeit, alle Nährstoffe aufzunehmen und ein Sättigungsgefühl zu senden.

• Beugen Sie Hungergefühl vor und machen Sie regelmäßige Pausen.

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