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Sprache bleibt: Integrationsarbeit in Zeiten von Corona

Auch in der Integrationsarbeit sind die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie zu spüren. So fehlt vielen Deutschlernenden wegen der Kontaktbeschränkungen unter anderem der direkte Austausch mit Muttersprachlern.

„Wir möchten trotz Kontaktverbot den Menschen so nah wie möglich bleiben. Gerade die Integrationsarbeit ist ein Bereich, der Menschen zusammenbringt und wo der Austausch untereinander besonders wichtig ist. Um unsere Angebote in diesen ungewöhnlichen Zeiten aufrechtzuerhalten, bieten wir viele der Projekte in digitaler Form an. Denn auch in Krisenzeiten möchten wir für unsere Teilnehmenden da sein“, erklärt Alexander Malešević, Projektleiter Integration bei den Maltesern im Erzbistum Köln. 

Projekt ist ein voller Erfolg

Online-Deutsch-Tandems vermittelt zum Beispiel der Malteser Integrationsdienst in der Stadt Köln. In der Zeit, in der man sich nicht physisch treffen kann, wird online zu zweit Deutsch gelernt und Sprachkenntnisse können weiterentwickelt werden. „Mit über 35 vermittelten Tandems und vielen positiven Rückmeldungen ist das Projekt ein voller Erfolg“, erklärt Ehrenamtskoordinatorin Mina Attahie. Auch wird eine Online-Mathe- Nachhilfe für Jugendliche angeboten. Insbesondere für die, die kurz vor dem Schulabschluss stehen, bietet das Angebot eine große Unterstützung. 

„Es ist auch wichtig, mit den jungen Menschen im vertrauensvollen Kontakt zu bleiben“

„Neun Ehrenamtliche aus dem BOB-Team engagieren sich derzeit ,digital‘ und unterstützen mittlerweile 20 Jugendliche und junge Erwachsene per WhatsApp, Video-Telefonie und EMail“, erklärt Jürgen Claessens, Projektkoordinator der Integrationsdienste bei den Maltesern in Düsseldorf. Das nun schon im dritten Jahr stattfindende Projekt BOB (Beruf – Orientierung – Beratung) für junge Geflüchtete von 18 bis 25 Jahren an Berufsschulen wird ebenfalls digital fortgesetzt. Es unterstützt die Teilnehmenden in den Fächern Deutsch, Englisch, Mathe, Physik und BWL. „Neben der fachlichen Begleitung und Unterstützung gibt es genügend Zeit für persönliche Belange. Es ist auch wichtig, mit den jungen Menschen im vertrauensvollen Kontakt zu bleiben und zu signalisieren, dass sie nicht ‚vergessen‘ werden“, ergänzt Claessens. Auch der Integrationsdienst in Wesseling bietet sein Bewerbungstraining digital an. Zudem stehen die Koordinatorinnen Julia Lücke und Katerina Risvani in Videosprechzeiten zur Verfügung. 

„Auch das Bedürfnis, anderen zu helfen, ist bei unseren Teilnehmenden groß“

In Wuppertal finden gegen das Gefühl des Alleinseins virtuelle „Candle-light-Buchlesungen“ statt. Die Teilnehmenden aus dem Integrationsdienst lesen sich online Geschichten bei Kerzenschein vor. So können die Gruppen, die sich sonst regelmäßig getroffen haben, gemeinsame Zeit verbringen und gleichzeitig ihre Sprache verbessern. „Auch das Bedürfnis, anderen zu helfen, ist bei unseren Teilnehmenden groß“, weiß Dorothee van der Borre, Ehrenamtskoordinatorin des Integrationsdienstes in Wuppertal. So bieten sie und ihre Teilnehmenden für Menschen, die zur Risikogruppe gehören, einen Einkaufsservice an, verteilen Corona-Versorgungspakete und nähen Mundbedeckungen, die gespendet werden. 

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