ALLGEMEIN, JUGEND UND SCHULE, SICH ENGAGIEREN

„Dieser Job ist mehr als nur ein Job für mich!“

Björn Clauberg arbeitet seit drei Jahren als Schulbegleiter bei den Maltesern im Ruhrgebiet. Derzeit begleitet er ein 11-jähriges Mädchen an einer Ganztagsschule in Essen. Im Interview erzählt er, wie er zu seinem Traumberuf gekommen ist, was Bewegung mit Lernerfolg zu tun hat und weshalb er niemals als Lehrer arbeiten wollen würde.

Als Schulbegleiter arbeitest du mit jungen Menschen zusammen und unterstützt sie in ihrem schulischen Alltag. Wie warst du selbst als Schüler?

Clauberg: Faul! Ich hatte lange Zeit nicht wirklich Lust auf Schule. Ich war immer ein Zappelphilipp. Aber ich habe meinen Weg gefunden, auch wenn er nicht „gerade“ verlief.

Was heißt das?

Clauberg: Nach der Schule habe ich zuerst eine Ausbildung zum Lkw-Mechaniker gemacht. Die großen Fahrzeuge haben mich immer beeindruckt. Deshalb habe ich mich irgendwann selbstständig gemacht. Einen Fuhrpark von 17 Lkw konnte ich mein Eigen nennen. Später habe ich außerdem als Programmierer und Einrichter für CNC-Maschinen gearbeitet. Ich habe gutes Geld verdient, war aber stets unglücklich. Danach habe ich noch eine Weile als Videograph gearbeitet, Hochzeitspärchen begleitet und Imagefilme für Firmen produziert. Das war allerdings mehr Hobby als Berufung.

Und was ist dann passiert?

Clauberg: Freunde sagten mir, ich solle etwas Soziales machen. Und diesem Rat bin ich gefolgt. Ich habe mich schließlich als Schulbegleiter beworben und kann heute mit Fug und Recht behaupten, dass das der schönste Beruf ist, den ich je hatte. Ich arbeite seit drei Jahren als Schulbegleiter bei den Maltesern, und wenn es nicht komplett utopisch ist, möchte ich das bis zur Rente machen. Ich helfe immer gerne und dieser Beruf, mit Menschen zu arbeiten, die wirklich Hilfe benötigen, füllt mich aus. Dieser Job ist mehr als nur ein Job für mich! Ich freue mich jeden Morgen auf meine Arbeit.

Wen begleitest du aktuell?

Clauberg: Ich begleite derzeit ein 11-jähriges Mädchen in einer fünften Klasse an einer Ganztagsschule in Essen. Sie reagiert sehr sensibel auf ihr Umfeld, das Lernen fällt ihr schwer. Aber sie versteht sehr viel besser, wenn wir Inhalte nur oft genug wiederholen. Geduld zu haben ist unheimlich wichtig. Jeden Morgen auf dem Schulweg begrüßen wir uns auf Englisch. Oft müssen wir jeden Tag wieder bei Null anfangen. Ich habe schnell gemerkt, dass es ihr leichter fällt, sich zu konzentrieren, so lange wir in Bewegung sind. Bewegen sich die Füße, bewegt sich der Kopf!

Hast du schon Mal mit dem Gedanken gespielt, Lehrer zu werden?

Clauberg: Nein. Ehrlich gesagt bin ich sogar froh darüber, nicht als Lehrer, sondern als Schulbegleiter zu arbeiten. Dadurch habe ich bei den Schülern ein gewisses Standing. Ich habe noch einmal ganz andere Möglichkeiten, den Schülern zu begegnen. Ich spreche die gleiche Sprache wie sie und begegne ihnen auf Augenhöhe. Ich bin wohl manchmal selbst das größte Kind (lacht).

Du identifizierst dich offensichtlich sehr mit diesem Job.

Clauberg: Total! Nicht nur der Beruf passt wunderbar zu mir, sondern ich passe auch wunderbar zu den Maltesern. Ich habe schnell festgestellt, dass die Malteser ein ganz besonders guter Haufen an Menschen sind. Ich bekomme Wertschätzung wie in keinem anderen Beruf zuvor. Sowohl von den Lehrern, die meine Klientin durch ihr Schulleben begleiten, als auch von den Kindern. Menschlichkeit ist gefragt – und zwar in allen Bereichen. Ich hätte nicht gedacht, Derartiges einmal zu sagen: Aber ich bin nach einem Jahr stolz, den Menschen zu sagen, bei den Maltesern zu arbeiten. Ich könnte jedem mit gutem Gewissen raten, auch dort anzufangen.

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