Drohnen spielen auch bei den Maltesern eine immer größere Rolle
IM EINSATZ

Mit Unterstützung von oben – Drohnen im Einsatz bei den Maltesern

Drohnen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Gerade Filmemacher schwören auf sie und erstaunen ihr Publikum mit genialen Aufnahmen aus der Luft, ohne dass sie dafür einen Hubschrauber mieten müssten. Auch beim Versand von Paketen und Medikamenten in schwer zugängliche Gebiete oder beim Sammeln von Daten an Orten, die für Forscher kaum zugänglich sind, spielen Drohnen ihr Potential voll aus. Doch auch im Bevölkerungsschutz gibt es seit einigen Jahren Bestrebungen für den Einsatz der Unterstützung aus der Luft. Mehrere Gliederungen der Malteser, zum Beispiel Bad Honnef oder Braunschweig, sammeln aktuell Erfahrungen im Einsatz von Drohnen.

Die Drohnen im Einsatz

Die Malteser Gliederung in Braunschweig möchte ihre fliegende Begleiterin nicht mehr missen. „Das ist die Zukunft“, sagt Karl Kumlehn, Leiter der Malteser Rettungshundestaffel in Niedersachsen. In Braunschweig wird die Drohne, ein kleiner Quadrocopter, der über eine Fernbedienung gesteuert wird und sein Kamerabild direkt auf einen großen Monitor in einen extra umgebauten VW Transporter überträgt, vor allem zur Unterstützung der Rettungshundestaffel in der Vermisstensuche eingesetzt. Ausgestattet mit einer Wärmebildkamera bietet sie eine sinnvolle Ergänzung zur Suche mit Hunden, gerade in Gebieten, in denen auch die Hunde an ihre Grenzen kommen, wie zum Beispiel Wasserflächen, und der Blick von oben für Übersicht sorgt. Bisher musste man sich bei der Suche nach vermissten Personen auf die Unterstützung von Hubschraubern verlassen, wenn man ein Bild des Geländes von oben benötigte. Diese sind allerdings in der Anschaffung und im Betrieb sehr teuer und stehen deshalb nicht immer zur Verfügung. Aktuell befindet sich die Drohneneinheit in der Erprobungsphase, doch Kumlehn ist sich sicher, dass sie in Zukunft für vielfältigste Aufgaben eingesetzt werden kann, denn das vierköpfige Team plus Drohne ist nicht nur für die Vermisstensuche gerüstet. Auch Einsätze bei Naturkatastrophen oder großen Unglücksfällen zur Lageerkundung wären für ihn denkbar. Hier würde sich durch den Einsatz der Drohne die Gefahr für die Einsatzkräfte enorm verringern, da die Drohne der Braunschweiger wertvolle Bilder der Lage liefern könnte, ohne dass sich Menschen zu nah an potentiell gefährliche Stellen begeben müssten. Auch die Bestückung des Quadrocopters mit Sensoren, die vor giftigen Stoffen oder sogar nuklearer Strahlung warnen, sind bereits im Gespräch.

Ein Drohnenpilot der Gliederung Bad Honnef während einer Übung in Münster

 Viele Einsatzszenarien sind denkbar

Da der Einsatz von Drohnen im Bevölkerungsschutz noch recht neu ist, engagieren sich die Malteser zusammen mit den anderen in den Bevölkerungsschutz eingebundenen Organisationen in einem Projekt des Bundesministeriums des Inneren zur Erstellung einer Muster-Dienstvorschrift, die den Einsatz von Drohnen im Katastrophenschutz regelt. Hiermit wollen die beteiligten Organisationen gemeinsam mit dem Bundesministerium eine einheitliche Basis für Betriebs-, Einsatz- und Ausbildungsregeln schaffen um auch im Einsatzfall eine nahtlose Zusammenarbeit zu gewährleisten. Durch dieses Projekt soll es schon bald möglich sein, die Vorteile dieser spannenden Technologie bundesweit zum Wohle der Bevölkerung einzusetzen.

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