Die Malteser bieten eine Schulbegleitung für Kinder und Jugendliche mit Förderbedarf an. So kann Inklusion gelingen.
JUGEND UND SCHULE

Gelebte Inklusion: Der Malteser Schulbegleitdienst

Sofia ist neun Jahre alt und besucht die Grundschule. Das quirlige Mädchen ist beliebt, lernt schnell und fühlt sich wohl in ihrer Klasse. Dennoch könnte sie die Grundschule aufgrund einer körperlichen Behinderung, die sie im Rollstuhl sitzen lässt, nicht ohne Weiteres besuchen.

Dafür, dass es trotzdem geht, sorgt der Malteser Schulbegleitdienst: Schulbegleiterin Antja Klengel unterstützt Sofia, wenn die Hürden im Schulalltag zu hoch werden. So schiebt sie ihren Rollstuhl über die langen Flure, reicht ihr Arbeitsmaterialien oder redet mit Lehrern wegen alternativer Übungen für den Sportunterricht. So kann Sofia lernen und in den Pausen unbeschwert Zeit mit ihren Freunden verbringen. Das hat der Schulbegleitdienst zum Ziel: Kindern und Jugendlichen mit einer Behinderung zu ermöglichen, gleichberechtigt teilzuhaben.

Um 7.30 Uhr holt Antja Klengel Sofia ab. Beide kennen sich inzwischen seit zwei Jahren, sie gehen vertraut miteinander um, sind ein eingespieltes Team. An der Schule ankommen, fahren sie direkt mit dem Treppenlift hinauf in den ersten Stock zum Klassenzimmer. „Ab und zu ist ihr der Treppenlift zu langsam. Dann klettert sie raus und auf ihren Händen die Treppe hinauf“, erzählt die Schulbegleiterin. Sie nimmt an allen Schulstunden teil und unterstützt sie beim Bücher holen oder Jacke aufhängen. Wenn nötig trifft sie auch Absprachen mit Lehrern, schlägt etwa alternative Sportübungen vor. Sie denkt an an die besonderen Bedürfnisse der Schülerin, wenn Lehrer keinen Blick dafür haben können. Die Aufgabe ist dabei, zwischen Verantwortung und Freiheit abzuwägen: „Sofia ist lebhaft, düst in den Pausen gerne mit ihren Freunden ab und sagt nicht unbedingt, wenn sie Hilfe braucht“, so Antja Klengel. Beobachten, Abwägen und Vertrauen, darauf kommt es an.

Der Malteser Schulbegleitdienst betreut Kinder und Jugendliche mit geistiger, körperlicher oder seelischer Behinderung. Das machen die Malteser in Kindergärten, Krippen, Horten und Schulen. Die Kosten dafür trägt – je nach Zuständigkeit – das Sozialamt oder das Jugendamt. Die Malteser koordinieren die Einsätze der Schulbegleiter, kümmern sich um Formalitäten, führen Gespräche mit Eltern, Schulen und Kostenträgern. Den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen im Schulbegleitdienst bieten sie Schulungen, Fortbildungen und regelmäßige Dienstbesprechungen.

Dank ihrer Schulbegleiterin kann Sofia Hürden im Schulalltag überwinden und hat ihren Platz in der Klasse gefunden. Sie ist eine Bereicherung für ihre Mitschüler und Lehrer: Sie alle haben gelernt, mit ihrer Behinderung umzugehen und Berührungsängste abgelegt.

Infos gibt es auf www.malteser-schulbegleitdienst.de.

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