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Malteser in #Rumänien: Ehrenamt im Ausland

Text und Fotos: Pia Schievink

Im Juni war ich zum ersten Mal in Rumänien unterwegs, um mit Kollegen und Kolleginnen Hilfsprojekte der Malteser direkt vor Ort zu unterstützen – unter anderem auch, um die allgemeine Arbeit der rumänischen Malteser besser kennenzulernen.

Von Bukarest geht es mit dem Auto zunächst 200 Kilometer nach Norden, über die Karpaten bis nach Sfântu Gheorgh. Sfântu Gheorg gehört zu den 17 Gliederungen des rumänischen Malteser Hilfsdienstes Serviciul de Ajutor Maltez România (SAMR).

„Das Aktionsspektrum der Malteser in Sfântu Gheorghe ist sehr vielfältig“

Vor Ort besuche ich verschiedene Räumlichkeiten der Malteser Gliederung und bekommen so einen Einblick in die unterschiedlichen Dienste und Aktivitäten. Angeboten werden unter anderem Erste-Hilfe-Kurse, Gruppentreffen für Jugendliche, Essens- und Kleiderausgaben für Bedürftige sowie die Möglichkeit Kleiderspenden zu Teppichen und Taschen zu recyclen und diese im Anschluss zu verkaufen. Einmal pro Woche gibt es zudem eine Suppenküche, bei der sich Bedürftige eine frisch gekochte Suppe in ihre selbst mitgebrachten Schalen abholen können. Außerdem bietet eine Wohngruppe Kinder und Jugendliche, die aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr in ihren Herkunftsländern wohnen können, die Möglichkeit, ein neues Zuhause zu finden.
Das Aktionsspektrum der Malteser in Sfântu Gheorghe ist damit sehr vielfältig und gibt einen Überblick über die unterschiedlichen Dienste und Aktionen, die auch von den anderen Malteser Gliederungen in Rumänien landesweit geboten werden.

„Die Entwicklungen dieser Menschen sehen oft sehr unterschiedlich aus“

Am nächsten Tag besuche ich eine Malteser Einrichtung für Obdachlose. Ungefähr 70 Personen übernachten hier täglich. Den Obdachlosen stehen hier unter anderem kostenlose medizinische, psychologische und psychosoziale Beratungen und Begleitungsdienste zur Verfügung. Robert Székely ist hauptamtlicher Mitarbeiter bei den Maltesern in Rumänien und Leiter der Einrichtung.

Robert Székely, hauptamtlicher Mitarbeiter bei den rumänischen Maltesern und Leiter einer Obdachlosenunterkunft.

Wir stehen in seinem Büro und er erklärt mir, dass jede Person, die hier übernachtet eine eigene Akte hat, worin ihre individuelle Entwicklung dokumentiert wird. Die Entwicklungen dieser Menschen sehen oft sehr unterschiedlich aus und Robert Székely liegt es sehr am Herzen, sich noch viel intensiver für die obdachlosen Menschen in seiner Stadt einzusetzen. Er möchte ihnen beispielsweise dabei helfen, eine Tagesstruktur zu bekommen, verschiedenen Aktivitäten nachzugehen, ihre Mobilität zu fördern und ihr Selbstbewusstsein soweit zu stärken, dass sie sich zutrauen, eigenständig nach guter und bezahlter Arbeit zu suchen.

Um einen praktischen Einblick in die Arbeit mit Obdachlosen zu bekommen, wäre für Robert daher eine Fachhospitation in einer Einrichtung für Obdachlose in Deutschland hilfreich. Über einen mitreisenden Kollegen, Ullrich Mathey, der in naher Zukunft das Amt des Länderkoordinators übernimmt, stelle ich deshalb einen Kontakt her. Ulrich Mathey hilft natürlich gerne und stellt sein Netzwerk gerne zur Verfügung.

„Selbst mit anpacken und helfen“ 

Nach weiteren Besuchen in den rumänischen Einrichtungen der Malteser, kommen wir nach Sfântu Gheorgh zurück. Hier heißt es für mich nun selbst mitanpacken und helfen. Nachdem ich von der rumänischen Malteser Jugend einiges über Erste Hilfe gelernt und auch praktisch geübt habe, geht es in die Küche weiter zum Brote schmieren. Dreimal pro Woche bekommt die Einrichtung Brotspenden von einem Bäcker und Wurstspenden von einem Metzger.

Die Autorin bereitet gemeinsam mit ehrenamtlichen Helfern Brote für Bewohner einer Obdachlosenunterkunft in Sfântu Gheorghe vor.

Einige ehrenamtliche Mitarbeiter der Malteser bereiten damit belegten Brote vor, die anschließend zur Einrichtung der Obdachlosen gebracht werden. Am Morgen, wenn die Übernachtungsgäste die Einrichtung dann wieder verlassen, bekommen sie ein paar liebevoll zubereitete Brote mit auf den Weg.


Helfende Hände sind auch hier immer wieder gern gesehen und gebraucht. Wer sich längerfristig gerne engagieren möchte, der ist herzlich eingeladen, als Skilled Volunteer nach Rumänien zu kommen! Weitere Informationen zum Programm gibt es unter www.malteser.de/skilled-volunteers.

Auskunft erteilt Pia Schievink (pia.schievink@malteser.org).

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Not erkennen und Nähe geben: Ist das zu schaffen? 80.000 ehren- und hauptamtliche Malteser in Deutschland geben darauf die Antwort, indem sie anpacken. Wir schaffen das, weil wir es können – und weil wir glauben!